Digitale Prozessautomatisierung im Mittelstand

Low-Code-Workflows als Chance für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit

Aus der Schüttgut & Prozess 2/2026

Die Digitalisierung administrativer und organisatorischer Abläufe gewinnt auch in der Schüttgut- und Prozessindustrie zunehmend an Bedeutung. Neben klassischen Automatisierungsthemen in der Produktion, rücken verstärkt büro- und vertriebsnahe Prozesse in den Fokus. Gerade mittelständische Unternehmen stehen dabei vor der Herausforderung, steigende Datenmengen effizient zu verarbeiten, Fachkräfte zu entlasten und gleichzeitig flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren.

Referent spricht bei einer Fachveranstaltung vor Publikum
Jan Winkel auf der SOLIDS 2026

Im Rahmen des Messeprogramms der SOLIDS 2026 in Dortmund stellte Jan Winkel, Fachleiter der Young Professionals des DSIV, aktuelle Entwicklungen im Bereich Low-Code-Automatisierung vor. Moderne WorkflowPlattformen ermöglichen es, Unternehmen, Geschäftsprozesse visuell zu modellieren, zu automatisieren und miteinander zu vernetzen, ohne aufwendige Softwareprojekte oder umfangreiche Programmierkenntnisse.

Visuelle Workflows für vernetzte Unternehmensprozesse

Low-Code-Systeme basieren auf einer grafischen Benutzeroberfläche, über die einzelne Prozessschritte als sogenannte „Nodes“ miteinander verbunden werden. Auf diese Weise lassen sich komplexe Abläufe schnell abbilden, testen und anpassen.

Typische Einsatzfelder liegen insbesondere in der:

  • automatisierten Dokumenten- und E-Mail-Verarbeitung
  • Lead-Qualifizierung und CRM-Integration
  • Erstellung und Pflege interner Wissensdatenbanken
  • Datenaufbereitung mittels OCR-Technologien
  • KI-gestützten Entscheidungsunterstützung

Durch die Vernetzung verschiedener IT-Systeme entstehen durchgängige digitale Prozessketten, die manuelle Tätigkeiten reduzieren und die Prozessgeschwindigkeit erhöhen. Gleichzeitig lassen sich Fehlerquellen minimieren und Transparenz über Unternehmensabläufe verbessern.

Datenschutz und technologische Souveränität

Ein zentraler Aspekt bei der Einführung digitaler Automatisierungslösungen ist der Umgang mit sensiblen Unternehmensdaten. Self-Hosting-Modelle ermöglichen es, Workflows und Datenverarbeitung auf eigenen Servern oder in lokalen Rechenzentren zu betreiben. Für viele Unternehmen im industriellen Umfeld stellt dies einen wichtigen Vorteil dar, da regulatorische Anforderungen leichter erfüllt und Abhängigkeiten von externen Cloud-Anbietern reduziert werden können.

Wirtschaftliche Potenziale für kleine und mittelständische Unternehmen

Neben technologischen Vorteilen bieten Low-Code-Automatisierungslösungen vor allem wirtschaftliche Chancen. Der vergleichsweise geringe Implementierungsaufwand ermöglicht einen schnellen Einstieg in die Prozessdigitalisierung. Insbesondere für mittelständische Unternehmen, und diese stellen die Mehrheit der Mitgliedsunternehmen im Verband, eröffnen sich damit Möglichkeiten, wiederkehrende Aufgaben effizient zu automatisieren, Ressourcen gezielter einzusetzen und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Automatisierung als Zukunftsthema der Branche

Die Kombination aus Workflow-Automatisierung, künstlicher Intelligenz und digitaler Vernetzung wird künftig eine immer größere Rolle spielen. Unternehmen, die frühzeitig entsprechende Kompetenzen aufbauen, können Fachkräfte entlasten, Innovationspotenziale nutzen und ihre Organisation resilienter gestalten. Mit der Präsentation dieses Themas auf der Messe unterstreicht der DSIV die Bedeutung digitaler Transformationsprozesse auch außerhalb der klassischen Produktionstechnik. Ziel ist es, Impulse zu geben, neue Technologien verständlich zu machen und den Austausch zwischen Industrie, Forschung und Anwendern zu fördern.

Automatisierungslösungen ohne klassische Programmierung

Jan Winkel

ISF-Fördertechnik GmbH

Hohefuhrweg 27

51647 Gummersbach

winkel@isf-foerdertechnik.de

Zum Firmenprofil

Artikel teilen