Wenn optische Messungen an ihre Grenzen stoßen
Die Kläranlage Bad Vilbel ist die größte Anlage im Wetteraukreis und für rund 89.000 Einwohnerwerte ausgelegt. Sie reinigt täglich mehrere Tausend Kubikmeter Abwasser aus der Stadt Bad Vilbel und der umliegenden Region, bevor dieses in die Nidda eingeleitet wird. Ein wichtiger Teil des Anlagenbetriebs ist die Schlammbehandlung, in der der anfallende Klärschlamm weiterverarbeitet und für die Entwässerung vorbereitet wird. Bislang kamen zwei optische Messsysteme zur Bestimmung des Feststoffgehalts zum Einsatz. In der Praxis erwiesen sich diese jedoch als wartungsintensiv und anfällig gegenüber Verschmutzungen.
Immer wieder wurden Abweichungen zum vorgegebenen Grenzwert von vier Prozent Trockensubstanz angezeigt. Das Betriebspersonal musste in der Folge regelmäßig in den Prozess eingreifen. Der Zeitaufwand für Kontrolle, Reinigung und Kalibrierung der Sensoren erhöhte sich dadurch. Besonders kritisch war, dass verschmutzte Sensoren teilweise falsche Werte lieferten. In einzelnen Fällen wurde ein tatsächlich unterschrittener TS-Wert nicht erkannt, da Ablagerungen die Messung verfälschten.
Hinzu kam, dass sich die Schlammqualität im Betrieb ständig verändert. Farbe, Partikelgröße oder Zusammensetzung beeinflussen optische Messverfahren stark und erfordern häufige Wartung. Das Betriebspersonal benötigt so auch ein hohes Maß an Erfahrung und Prozesskenntnis, um die Messungen zuverlässig bewerten zu können.