Schwierige Schüttgüter dosieren und austragen

Aus der Schüttgut & Prozess 2/2026

Schachtbildung in kohäsiven Pulvern – Ursachen und Lösungsansätze am Beispiel von Katechu-Pulver

Mitarbeiter der Hethon in einer Werkshalle bei der Montage und Pfürung von Feedern
Montage und Prüfung von HETHON-Feedern in Doetinchem, Niederlande

Montage und Prüfung von HETHON-Feedern in Doetinchem, Niederlande

In vielen Bereichen der Schüttguttechnik zählt ein gleichmäßiger und störungsfreier Materialfluss zu den zentralen Herausforderungen im Anlagenbetrieb. Insbesondere kohäsive Pulver und feinkörnige Materialien neigen aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften zu ausgeprägten Fließstörungen. Typische Phänomene sind dabei Brückenbildung sowie die Ausbildung von Schachtbildung (sogenanntes „Ratholing“), bei denen sich lediglich ein zentraler Fließkanal ausbildet, während das umliegende Material stehen bleibt.

Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die Verarbeitung von Pulver, welches als schwieriges Schüttgut einzuordnen ist. Dieses Material zeichnet sich durch stark kohäsive und klebrige Eigenschaften aus und stellt daher hohe Anforderungen an die Förder- und Dosiertechnik. In konventionellen Systemen kommt es häufig zu stabilen Strukturen im Material, die einen gleichmäßigen Austrag verhindern. Katechu-Pulver ist ein pflanzliches Naturprodukt, das aus dem Extrakt bestimmter Akazienarten – insbesondere Acacia catechu – gewonnen wird. Es entsteht durch das Eindampfen eines wässrigen Pflanzenextrakts und zeichnet sich durch seinen hohen Gehalt an Gerbstoffen aus.

Das Pulver besitzt adstringierende, leicht antibakterielle Eigenschaften und wird aufgrund dieser Merkmale in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Typische Anwendungen finden sich in der Lebensmittelverarbeitung, der Naturmedizin sowie in industriellen Prozessen, beispielsweise in der Ledergerbung oder als natürlicher Farbstoff.

Zur Veranschaulichung des schwierigen Verhaltens des Katechu-Pulver hat HETHON aus Doetinchem in den Niederlanden einen Praxistest durchgeführt, in dem gezeigt wird, wie sich die Schachtbildung (Ratholing) entwickelt und wie dieses Problem effektiv gelöst werden kann.

Die Schachtbildung im Versuch

Unter Ratholing versteht man ein Phänomen, bei dem sich innerhalb des Materials ein stabiler Kanal über dem Austrag bildet. Während nur ein begrenzter Teil des Schüttguts fließt, bleibt das umliegende Material weitgehend unbewegt. Dies hat zur Folge, dass der Materialfluss unregelmäßig wird und die Dosiergenauigkeit erheblich beeinträchtigt wird.

Im ersten Teil des Versuchs ist deutlich zu erkennen, dass sich ein stabiler Materialkanal bildet. Nur ein kleiner Teil des Pulvers bewegt sich, während der Großteil des Materials im Behälter verbleibt. In einer industriellen Anwendung würde dies zu erheblichen Dosierabweichungen und Prozessinstabilität führen.

Externe Anregung

Mehrere revisionsbedürftige Feeder auf einer Pallete
Feeder vor der Revision nach intensivem industriellem Einsatz

Im zweiten Teil wird eine gezielte externe Stimulation des Behälters eingesetzt. Im Gegensatz zu Systemen mit innenliegenden mechanischen Komponenten, die das Produkt beschädigen oder kontaminieren können, basiert die Lösung von HETHON auf einer Bewegung von außen. Beim Dosier- und Austragsgerät HETHON Feeder wird durch diese externe Anregung die gesamte Schüttgutmasse aktiviert. Ratholing wird verhindert und ein gleichmäßiger, kontinuierlicher Materialfluss wiederhergestellt. Dadurch wird eine präzise und zuverlässige Dosierung ermöglicht, selbst bei schwierigen Materialien wie Katechu-Pulver

Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist die schonende Behandlung des Produkts. Empfindliche Pulver werden nicht beschädigt, während gleichzeitig der Wartungsaufwand reduziert und die Reinigbarkeit verbessert wird. Für Industrien, die mit schwer fließenden Pulvern arbeiten, wie die Lebensmittel-, Chemie- oder Pharmaindustrie, stellt dieser Ansatz eine effektive Lösung dar, um Prozesssicherheit, Effizienz und Produktqualität nachhaltig zu verbessern. Die Erfahrung von HETHON mit Materialien wie Katechu-Pulver zeigt, dass auch komplexe Fließprobleme durch gezielte technische Lösungen und praxisnahe Tests erfolgreich beherrscht werden können.

 

Revidierte Feeder auf einem Tisch
Refidierte HETHON-Feeder- fertig für den erneuten Einsatz zur zuverlässigen Dosierung

Über HETHON

Das Unternehmen HETHON wurde im Jahr 1973 gegründet und war zunächst auf Pumpensysteme spezialisiert. Mit wachsender Expertise entwickelte HETHON im Jahr 1988 eine eigene Dosiertechnologie für trockene Schüttgüter – den sogenannten HETHON Feeder. Seither liegt der Fokus des Unternehmens auf der präzisen Dosierung unterschiedlichster Materialien, darunter Mehle, Zucker, Salz, Pigmente, Gewürze, Milchpulver, Kunststoffe oder Holzmehl. Besonders hervorzuheben ist die Spezialisierung auf schwer dosierbare Stoffe, die zu Brückenbildung oder Entmischung neigen und damit hohe Anforderungen an die Dosiertechnik stellen. HETHON positioniert sich gezielt in diesem anspruchsvollen Segment und bietet Lösungen für Anwendungen, bei denen herkömmliche Dosiersysteme an ihre Grenzen stoßen.

 

HETHON

Vlijtstraat 47/49

7005 BN, Doetinchem,

Gelderland, Netherlands

Tel.: +31 (0)74 2500 555

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