Starke Impulse für die Kreislaufwirtschaft

Messerückblick: E‑Waste World, Battery Recycling Expo und Metal Recycling Expo 2026 in Frankfurt

Aus der Schüttgut & Prozess 3/2026

Am 17. und 18. Juni 2026 wurde Frankfurt am Main erneut zum internationalen Treffpunkt der Recycling- und Kreislaufwirtschaft. Im Rahmen eines Messeverbundes fanden parallel die E‑Waste World Expo, die Battery Recycling Expo, die Metal Recycling Expo sowie die ITAD & Circular Electronics Expo statt. Das Konzept der Verbundmessen erwies sich erneut als großer Vorteil: Durch die Zusammenführung verschiedener, aber eng miteinander verknüpfter Branchen entstanden wertvolle Synergien entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Recyclings und der Rohstoffrückgewinnung.

E‑Waste World Expo 2026 in Frankfurt mit Messeständen von Herding Filtertechnik und weiteren Ausstellern aus den Bereichen Recycling-, Filtrations- und Anlagentechnik

Kreislaufwirtschaft als gemeinsamer Nenner

Im Mittelpunkt aller vier Veranstaltungen standen die Themen Nachhaltigkeit, Ressourcen-effizienz und die Sicherung kritischer Rohstoffe. Angesichts steigender Rohstoffpreise, geopolitischer Abhängigkeiten und des weltweit wachsenden Bedarfs an Batterien, Elektronik und Metallen wurde deutlich, dass die Kreislaufwirtschaft zunehmend zu einem strategischen Wirtschaftsfaktor wird.

Die Verbundmessen boten hierfür eine interdisziplinäre Plattform, auf der Anlagenbauer, Recyclingunternehmen, Rohstoffverarbeiter, Technologieanbieter, Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger zusammenkamen.

E-Waste World: Lösungen für den wachsenden Elektroschrottberg

Die E-Waste World Expo bestätigte ihre Rolle als Europas führende Fachmesse für das Management und Recycling von Elektro- und Elektronikaltgeräten (WEEE). Seit ihrer Premiere im Jahr 2019 hat sich die Veranstaltung als zentrale Plattform für innovative Konzepte zur Bewältigung des weltweit zunehmenden Elektroschrottaufkommens etabliert.

Im Fokus standen moderne Technologien zu Sammlung, Sortierung, Demontage und Aufbereitung von Elektronikschrott sowie Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe.

Ebenso wurden Lösungen für nachhaltige Elektronik, IT Asset Disposition (ITAD) und zirkuläre Produktdesigns vorgestellt. Die Messe machte deutlich, dass ein effizientes Elektronikrecycling künftig eine Schlüsselrolle bei der Sicherung von Rohstoffen und der Reduzierung von Umweltbelastungen einnehmen wird.

 

Konferenzprogramm der Metal Recycling Expo 2026 mit Podiumsdiskussion vor Fachpublikum in Frankfurt am Main
Begleitet wurde die Messe von einer zweitägigen Konferenz

Battery Recycling Expo: Rohstoffsicherung für die Elektromobilität

Die Battery Recycling Expo unterstrich die enorme Dynamik der internationalen Batteriebranche. Im Mittelpunkt standen insbesondere das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien, Second-Life-Konzepte sowie die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel.

Die Aussteller repräsentierten die gesamte Wertschöpfungskette – von Batterieherstellern und spezialisierten Recyclingunternehmen über Maschinenbauer bis hin zu Forschungsinstituten und Technologieanbietern.

Zahlreiche Lösungen zeigten, wie sich nachhaltige Lieferketten aufbauen und geschlossene Materialkreisläufe für die Elektromobilität realisieren lassen. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Batterierecycling nicht nur eine ökologische Notwendigkeit darstellt, sondern zunehmend zu einem strategischen Baustein der europäischen Rohstoffsicherung wird.

Metal Recycling Expo: Metalle als Schlüsselressource der Zukunft

Auch die Metal Recycling Expo setzte wichtige Akzente. Thematisch konzentrierte sich die Messe auf die Rückgewinnung von Metallen und kritischen Rohstoffen, innovative Verfahren zur Verarbeitung von Elektroschrott sowie die Verknüpfung von Metall- und Batterierecycling.

Besonderes Augenmerk galt neuen Technologien zur Trennung und Aufbereitung von Sekundärrohstoffen sowie der Frage, wie Metalle künftig effizienter in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können. Die Messe zeigte eindrucksvoll, dass Metallrecycling einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcensicherheit, Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit der Industrie leistet.

Stimmen zur Messe

Wir haben uns auf der Messe umgehört und Aussteller gefragt, aus welchen Beweggründen sie an der Veranstaltung teilnehmen und mit welchen Produkten, Lösungen und Kompetenzen sie sich auf der nun bereits zum zweiten Mal in Frankfurt statt findenden Messe präsentieren.

Udo Kröll von Kalenborn International fasst die Motivation seines Unternehmens wie folgt zusammen: Wir nehmen an der Messe teil, weil die Batterieaufbereitung und das Recycling besonders hohe Anforderungen an den Verschleißschutz stellen. Aggressive Materialien und chemische Belastungen erfordern leistungsfähige keramische Auskleidungen für Mischer, Sichter- und Separationsanlagen. Die Messe bietet uns die ideale Plattform, um unsere Lösungen mit Anlagenbauern, Planern und Endbetreibern zu diskutieren und gleichzeitig einen Eindruck davon zu gewinnen, wie sich dieser junge und dynamische Markt entwickelt.

Achim Schulz von Herding GmbH Filtertechnik erklärt die Teilnahme seines Unternehmens wie folgt: „Wir sind seit mehr als 15 Jahren in der Batterieindustrie aktiv und verfügen weltweit über zahlreiche Referenzen in der Entstaubung von Batterieproduktionsprozessen. Auch im Batterierecycling sehen wir ein großes Potenzial, da dort ebenfalls partikelintensive Prozesse eine leistungsfähige Filtration erfordern. Die Messe nutzen wir, um die Marktentwicklung frühzeitig zu begleiten, neue Kontakte zu knüpfen und unsere internationale Erfahrung in dieses Zukunftsfeld einzubringen.“

Nach der erfolgreichen Teilnahme an der Premierenveranstaltung ist die T&B electronic GmbH auch bei der zweiten Auflage der Messe wieder vertreten. René Schwerfeger erläutert, warum das Unternehmen den Dialog mit der internationalen Recyclingbranche erneut sucht: „Bereits bei der ersten Veranstaltung haben wir sehr großes Interesse am vorbeugenden Brandschutz erlebt und konnten daraus qualifizierte Vertriebskontakte gewinnen. Gerade im E-Waste- und
Batterierecycling spielt Brandschutz eine zentrale Rolle, da beschädigte Lithium-Ionen-Batterien ein erhebliches Brandrisiko darstellen. Zudem ist die Messe sehr international ausgerichtet und bietet uns die Möglichkeit, unsere Lösungen einem weltweiten Fachpublikum zu präsentieren und neue Märkte zu erschließen.

Quirin Kraus von Sachtleben Technology GmbH erläutert die Messeteilnahme seines Unternehmens wie folgt: „Wir haben erst vor kurzem von der Messe erfahren und waren überrascht, wie viele unserer Kunden und Anlagenbetreiber hier vertreten sind. Unsere Messsysteme erfassen Volumenströme und Materialbestände in Recyclinganlagen – beispielsweise in Aufgabebunkern, Dosiersystemen oder auf Förderbändern – und ermöglichen so eine präzise Prozessüberwachung. Die Messe bietet uns die ideale Gelegenheit, mit Betreibern von E-Waste- und Batterierecyclinganlagen ins Gespräch zu kommen und neue Anwendungsfelder für unsere Messtechnik zu erschließen.

Florian Seifert, Geschäftsführer der WAM GmbH in Altlußheim, erklärt die Messeteilnahme seines Unternehmens wie folgt: „Das Recycling zählt für uns zu den wichtigsten Zukunftsmärkten. Ob Elektroschrott, Kabel, Kühlschränke oder Batterierecycling – wir haben unsere Förder- und Entstaubungslösungen gezielt für diese anspruchsvollen Anwendungen weiterentwickelt. Mit speziell ausgelegten Förderschnecken, verschleißgeschützten Werkstoffen und optimierten Systemen für die schonende Förderung grobkörniger Materialien möchten wir zeigen, welche Lösungen die Recyclingindustrie heute benötigt. Die positive Stimmung und der große Zuspruch auf der Messe bestätigen uns, dass wir mit unseren Entwicklungen genau die Anforderungen des Marktes treffen.“

Dirk Rogel von Gebrüder Lödige Maschinenbau erläutert die Messeteilnahme seines Unternehmens wie folgt: „Unsere Wurzeln liegen in der Batterieproduktion, wo wir seit vielen Jahren erfolgreich Anlagen für die Materialvorbehandlung und die Verarbeitung von Batteriemassen liefern. Gleichzeitig erkennen wir durch die steigende Nachfrage, dass zahlreiche Misch- und Verfahrenstechnologien aus unserem Portfolio auch im Batterierecycling benötigt werden. Auf der Messe stellen wir daher unsere neuesten Entwicklungen vor – darunter Vakuumtrockner und Hochtemperaturanlagen, die die Vorbehandlung von Batteriematerialien optimieren und die anschließende Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe effizienter gestalten.“

Für Dr.-Ing. Miriam Weiss von IEP Technologies bietet die Messe eine wichtige Plattform, um die Bedeutung moderner Explosionsschutzlösungen für das Batterie- und E-Waste-Recycling aufzuzeigen „Bei der Herstellung und insbesondere beim Recycling von Batterien entstehen erhebliche Brand- und Explosionsrisiken. Vor allem in Schredderprozessen können Funken und zündfähige Atmosphären entstehen, die ein hohes Gefahrenpotenzial bergen. Auf der Messe zeigen wir, wie moderne Explosionsschutz- und Funkenlöschsysteme dazu beitragen können, solche Risiken frühzeitig zu erkennen, Ereignisse zu unterdrücken und Anlagen sicher zu betreiben. Gleichzeitig nutzen wir die Veranstaltung, um unsere Lösungen gemeinsam mit Kunden und Partnern an die spezifischen Anforderungen dieses dynamisch wachsenden Marktes weiterzuentwickeln.

Fazit

Frankfurt wurde für zwei Tage zum europäischen Zentrum der Circular Economy. Die hohe Innovationsdichte, die Vielzahl an Fachvorträgen und der intensive Austausch zwischen Industrie, Forschung und Anlagenbau machten deutlich: Die Transformation hin zu einer ressourceneffizienten und nachhaltigen Wirtschaft ist längst in vollem Gange. Recyclingtechnologien übernehmen dabei eine Schlüssel – rolle. Mit innovativen Produkten, Verfahren und Lösungen sind auch die Unternehmen der Schüttgut- und Prozessindustrie ein wesentlicher Teil dieser dynamisch wachsenden Zukunftsbranche und gestalten den Wandel hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft aktiv mit.

Ausstellerstand von Gebrüder Lödige Maschinenbau GmbH auf der Battery Recycling Expo mit Verfahrenstechnik für die Vorbehandlung von Batteriematerialien
Dirk Rogel und Sebastian Tigges von Gebrüder Lödige Maschinenbau GmbH
Ausstellerstand von T&B electronic GmbH mit Brandschutz- und Überwachungstechnik für Batterie- und Recyclinganlagen
Melissa-Sofie Neumann und Maximilian Mauer von T&B electronic GmbH
Ausstellerstand von VEGA Grieshaber KG mit Messtechnik für Füllstand- und Prozessüberwachung in Recyclinganlagen
Alexis Alexander und Sebastian Harbig von VEGA Grieshaber KG
Ausstellerstand von Kalenborn International GmbH & Co. KG mit Verschleißschutzlösungen für Recycling- und Aufbereitungsanlagen
Lara Jungheim und Udo Kröll von Kalenborn Kalprotect GmbH&Co. KG
Ausstellerstand von WAM GmbH mit Förder- und Entstaubungstechnik für Recyclinganwendungen auf der Battery Recycling Expo
Enrico Weinhold von der WAM GmbH
Ausstellerstand von Infastaub GmbH mit Entstaubungstechnik für Recycling- und Schredderprozesse auf der E‑Waste World Expo
Torsten Uhrig und Julian Sommerey von Infastaub GmbH
Ausstellerstand von Fagus-GreCon mit Brandschutz- und Überwachungstechnik für Recyclinganlagen auf der E‑Waste World Expo
Selcan Akcicek und Roman Lichomski von Fagus GreCon
Ausstellerstand von IEP Technologies GmbH mit Explosionsschutz- und Brandunterdrückungstechnik für Recyclinganlagen
Emre Ergun, Miriam Weiss und Peter Seifriedsberger von IEP Technologies GmbH

2027
E‑Waste World Expo,
Battery Recycling Expo,
Metal Recycling Expo &
ITAD und Circular Electronics Expo.
12.–13. Mai 2027
Messe Frankfurt, Deutschland

Veranstalter
Trans‑World Events Ltd,
Sydenham Road, Guildford,
Surrey GU1 3RX,
Vereinigtes Königreich
Tel.: +44 1483 330 018
www.trans-worldevents.com
info@trans-worldevents.com

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