F-Gase-Verordnung: Die Notwendigkeit zur Chance machen

Mit natürlichen Kältemitteln zu mehr Effizienz und Umweltschutz im Thermomanagement

Die Verschärfungen der F-Gase-Verordnung sorgen bei vielen Unternehmen für Unsicherheit. Fristen rücken näher und die Frage nach der richtigen Kältemittel- Strategie drängt. Was auf den ersten Blick wie eine regulatorische Belastung wirkt, ist gleichzeitig eine strategische Chance für mehr Effizienz, sinkende Betriebskosten und echte Zukunftssicherheit. Als führender Thermomanagement-Spezialist hat technotrans bereits seit Jahren Kühl- und Temperiertechnik mit natürlichem Kältemittel bei seinen Kunden im Einsatz. Mit seiner Erfahrung zeigt das Unternehmen, wie Betriebe die Transformation erfolgreich gestalten und die Notwendigkeit in einen klaren Wettbewerbsvorteil verwandeln.

Werte des Kältemittelübergangs bei drei verschiedenen Geräten
Natürliche Kältemittel sind eine langfristig verlässliche Lösung und bieten Unternehmen bereits heute Planungs- und Investitionssicherheit.

Die Zeit synthetischer Kältemittel läuft ab, und die im März 2024 in Kraft getretene EU-Verordnung 2024/573 verschärft die Regeln für fluorierte Treibhausgase (F-Gase) drastisch. Zunächst einmal zwingt diese Verordnung Anlagenbetreiber zum Handeln. Ein zentrales Element ist der sogenannte „Phase-Down“, der die verfügbare Menge an teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) bis 2050 schrittweise auf null reduziert. Für Industrieunternehmen hat das schon heute spürbare Konsequenzen. Rechtlich gesehen dürfen bestehende Anlagen, die F-Gase enthalten, zwar weiterbetrieben und gewartet werden. Allerdings führt der Phase-Down zu einer Verknappung von Service-Kältemitteln wie R134a oder R407C. Das resultiert unweigerlich in steigenden Preisen und potenziellen Lieferengpässen. Darüber hinaus erschwert es die vorausschauende Betrachtung der Lebenszykluskosten für Bestandsanlagen. Wartung und Instandhaltung von Bestandsanlagen werden damit zu einem volatilen Kostenfaktor. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neuen Regelungen erhebliche Herausforderungen für Industrieunternehmen darstellen.

Gleichzeitig setzt die Verordnung klare Fristen für das Inverkehrbringen von Neuanlagen. Zudem gelten bereits ab 2027 für viele Anwendungen strikte GWP-Obergrenzen. Der GWP-Wert („Global Warming Potential“) beschreibt, wie stark ein Kältemittel im Vergleich zu Kohlendioxid (CO₂) zur globalen Erwärmung beiträgt – wobei CO₂ als Referenzwert mit einem GWP-Wert von 1 dient. Je höher der GWP-Wert, desto klimaschädlicher ist das Kältemittel, denn es verstärkt die Erderwärmung bei Freisetzung in die Atmosphäre entsprechend stärker. Ab 2032 folgt ein weitreichendes Verbot für die meisten F-Gase. Auch international zieht die Regulierung an, beispielsweise durch den AIM Act in den USA. „Die aktuelle F-Gase-Verordnung schafft eine unumkehrbare Realität“, erklärt Karsten Revers, Teamleiter Technik bei der technotrans SE. „Viele unserer Kunden suchen nach einer langfristig verlässlichen Lösung, die nicht in wenigen Jahren erneut von der Regulierung eingeholt wird. Gerade hier bieten natürliche Kältemittel die geforderte Planungs- und Investitionssicherheit.“

Zukunftssicher mit natürlichen Kältemitteln

Innerhalb der verfügbaren natürlichen Kältemittel hat sich insbesondere Propan (R290) als hocheffiziente und nachhaltige Lösung für industrielle Thermomanagement-Systeme etabliert. Darüber hinaus zeichnen sich die vorteilhaften thermodynamischen Eigenschaften von Kohlenwasserstoffen wie Propan durch eine hohe spezifische Kälteleistung und Effizienz aus. Unabhängige wissenschaftliche Studien belegen, dass moderne, für R290 optimierte Systeme einen rund 20 Prozent höheren Coefficient of Performance (COP) erreichen können. In der Praxis führen leistungsgeregelte R290-Anlagen zu deutlichen Energieeinsparungen und senken damit die Betriebskosten spürbar. Diesen wirtschaftlichen Vorteil verstärkt der Staat durch attraktive Förderprogramme. In Deutschland beispielsweise werden über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausschließlich Investitionen in Kälteanlagen mit nicht-halogenierten, natürlichen Kältemitteln bezuschusst. „Fördermittel sind für viele Unternehmen ein entscheidender Faktor, der die Investition noch attraktiver macht. Deshalb unterstützen wir unsere Kunden aktiv und senken mit dem Beratungsangebot die Einstiegshürden“, sagt Revers. Somit bieten diese Programme eine zusätzliche Motivation für Unternehmen, auf nachhaltige Kältemittel umzusteigen.

Planungs- und Rechtssicherheit

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Zukunftssicherheit. Mit einem GWP-Wert von 0,02 ist R290 von der F-Gase-Verordnung ausgenommen. Eine Investition in ein System mit diesem Kältemittel bietet somit hohe Planungs- und Rechtssicherheit über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg. Mit dem umweltschonenden Kältemittel senken Anwender zudem ihren CO2-Fußabdruck. Auch mit Blick auf die Sicherheit ist der Einsatz des Kältemittels unbedenklich. Durch die intelligente Konstruktion moderner R290-Kühlsysteme mit hermetisch geschlossenen Kältekreisläufen, minimalen Füllmengen und integrierter Sicherheitssensorik wird das Gefahrenpotenzial minimiert.

Aufstellung und Sicherheitskonzept

Die Aufstellung folgt klaren und einfachen Regeln: Bei der präferierten Außenaufstellung müssen lediglich definierte Sicherheitsabstände zu Gebäudeöffnungen wie Fenstern, Türen sowie Lüftungsansaugungen und darüber hinaus zu potenziellen Zündquellen eingehalten werden. Bei der Innenaufstellung hingegen ist das entscheidende Kriterium, dass im Falle einer Leckage die Konzentration des Kältemittels in der Raumluft weit unter der unteren Zündgrenze (Lower Flammable Limit, LFL) bleibt. Dies wird erreicht, indem das passende Verhältnis der Kältemittel-Füllmenge zum Raumvolumen sichergestellt wird.

„Sicherheit ist für unsere Kunden ein zentrales Thema“, ergänzt Revers. „Deshalb endet unser Sicherheitskonzept nicht bei der Maschine, sondern wir begleiten die Installation und den Betrieb sowohl mit umfassenden Schulungen als auch mit individuellem Support. Das schafft Vertrauen und gewährleistet ein sicheres Handling natürlicher Kältemittel im anspruchsvollen Industrieumfeld.“

Erprobte Systeme bereits jahrelang im Einsatz

Drei verschiedene Geräte von technotrans
technotrans verfolgt einen konsequenten Ausbau natürlicher Kältemittel in seinen energieeffizienten Temperiergeräten der Baureihe teco ci.

Als einer der ersten Hersteller weltweit brachte technotrans Anfang der 2020er-Jahre serienreife Thermomanagement-Lösungen mit R290 auf den Markt und stellt sein Produktportfolio sukzessive darauf um. „Die Umstellung erfordert strategische Überlegungen“, betont Revers. Die Vertriebsteams begleiten Kunden ganzheitlich – von der Bedarfsanalyse bis zum Service. Investitionen in R290-Technologie amortisieren sich oft durch Energieeinsparungen und Förderprogramme schnell. „So wird aus der regulatorischen Notwendigkeit eine Wettbewerbschance“, sagt Revers. Die technotrans-Lösungen sind in Branchen wie Kunststoffverarbeitung, Druck- und Laserindustrie sowie Medizintechnik im Einsatz. Je nach Kühlleistung reichen die Systeme von der kompakten OEM-Baugruppe bis zur zentralen Container-Anlage im Megawatt-Bereich.

Die Bandbreite des technotrans-Portfolios zeigt, wie flexibel R290-Technologie für unterschiedlichste Anforderungen skaliert werden kann. Geräte der modularen ECOtec.chiller xtend-Baureihe beispielsweise verfügen über eine hohe Leistungsdichte und können flexibel erweitert werden. Sie eignen sich ideal für die Versorgung ganzer Produktionshallen und ermöglichen durch Optionen wie freie Kühlung und Wärmerückgewinnung zusätzliche Effizienzvorteile. Für letztere bietet technotrans auch Wärmepumpen mit R290 an. 

Der PRO300.chiller hingegen ist eine speziell für die Integration in OEM-Anlagen entwickelte Lösung. Im kompakten 19- Zoll-Einschubformat liefert das System präzise Temperierung für hochsensible Anwendungen wie Laser, Analysegeräte oder medizinische Systeme. Die p1000- Baureihe ist sogar noch kompakter und basiert auf fortschrittlicher Miniatur- Kompressortechnologie. Das bietet Anwendern eine hohe Kühlleistung auf kleinstem Raum. Sie sind als hochintegrierbare OEM-Baugruppen verfügbar und beweisen, dass die Vorteile von R290 auch für kleine, dezentrale und mobile Anwendungen nutzbar sind. Mit diesen erprobten Lösungen und einem globalen Service-Netzwerk bietet technotrans Unternehmen die Sicherheit, die technologische Transformation nicht nur zu meistern, sondern echte Mehrwerte zu generieren.

Ausblick: Digitalisierung und Nachhaltigkeit bleiben elementare Aspekte

Das Thermomanagement der Zukunft wird zunehmend digital, modular und energieeffizient. Intelligente Steuerungen ermöglichen eine proaktive Anlagenüberwachung und Optimierung der Betriebsparameter – so sinken Energieverbrauch und Ausfallrisiken. Zudem gewinnen Wärmerückgewinnung und hybride Energiekonzepte an Bedeutung, um nachhaltige Produktionsprozesse ganzheitlich zu unterstützen. technotrans arbeitet bereits heute an skalierbaren Lösungen mit integriertem Monitoring, um Kunden auch künftig verlässliche, ressourcenschonende Thermomanagement-Systeme zu bieten – und so den Weg in eine klimafreundliche Zukunft aktiv zu gestalten.

Über die technotrans SE

Die technotrans SE ist ein global agierender Technologie- und Dienstleistungskonzern. Die Kernkompetenz des Unternehmens sind anwendungsspezifische Lösungen aus dem Bereich des Thermomanagements. Als integraler Bestandteil der Kundensysteme dienen diese der energetischen Optimierung und Steuerung des Temperaturhaushalts anspruchsvoller technologischer Anwendungen. Mit 17 Standorten ist der Konzern auf allen wichtigen Märkten weltweit präsent. Auf Basis der Strategie Future Ready 2025 hat technotrans die 5 Fokusmärkte Plastics, Energy Management (inklusive Elektromobilität, High- Power-Ladestationen und Rechenzentren), Healthcare & Analytics, Print und Laser definiert. Zusätzlich bietet technotrans seinen Kunden ein breites Portfolio an Serviceleistungen, welches unter anderem Installationen, Wartungen, Reparaturen, die 24/7-Ersatzteilbereitstellung und Technische Dokumentationen umfasst. Der Konzern verfügt über 6 Produktionsstandorte in Deutschland sowie jeweils einen Produktionsstandort in China und den USA. Die technotrans SE ist im Prime Standard gelistet (ISIN: DE000A0XYGA7 / WKN: A0XYGA) und beschäftigt weltweit rund 1.500 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 238,1 Mio. €.

Kontakt

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Email
Nach oben scrollen