Zündpotenziale rechtzeitig erkannt

Effizienter Brandschutz durch die Kombination aus Infrarot- Technologie und passgenauen Löschsystemen

Aus der Schüttgut & Prozess 6/2025

Die Holzindustrie wird von der Versicherungsbranche längst als Hochrisikoindustrie eingestuft. Der Grund ist die stark angestiegene Zahl von Bränden in Holzbetrieben in den letzten Jahrzehnten, viele davon mit Totalverlust. Die Industrie hat bereits viel in Lösch- anlagen investiert. Teilweise können Unternehmen die enormen Summen für Sprinkleranlagen jedoch nicht aufbringen. Hier sind in enger Abstimmung mit dem Sachversicherer Sonderlöschkonzepte erforderlich.

Kamera in einer Holzverarbeitungshalle
Brandschutz in der Holzindustrie mittels IR-Kamera

Zur Überwachung von Maschinen mit erhöhter Brandgefahr eignen sich neben Funkenschaltern insbesondere Infrarot-Kameras als effektive Sonderbrandmelder. Auch auf Lagerflächen im Freien oder in hohen Hallen bieten solche Sonderlösungen entscheidende Vorteile, da herkömmliche Brandmelder dort oft nur mit großem Aufwand installiert werden können und zudem oft unzureichend wirken.

Das Duo

Infrarot-Technologie, gekoppelt mit den zum Anwendungsfall passenden Löschsystemen, ermöglicht wirksame, zuverlässige Brandschutzlösungen, die weniger aufwendig und daher erschwinglich sind. Als VdS- und FM-zertifizierter Anbieter setzen T&B electronic dabei auf zertifizierte Kameras, die von der Versicherungswirtschaft anerkannt werden.

Die Meldedetektion

Herkömmliche Melder wie Temperatur-, Rauch- oder Flammenmelder benötigen zur Detektion einen direkten Kontakt mit dem jeweiligen Medium. Damit ein Wärmemelder – auch Thermo- oder Temperaturmelder genannt – einen kritischen Temperaturanstieg erfassen kann, muss sich eine ausreichende Menge erhitzter Luft unmittelbar unter dem Melder sammeln und dort für einen Moment verweilen. Erst wenn dieser sogenannte „Temperaturstau“ entsteht, kann der Melder die Wärme zuverlässig erkennen. Der Begriff meint im Brandschutz keinen gefährlichen Wärmestau, der einen Brand auslösen könnte. Temperaturstau ist in diesem Kontext der erwünschte Effekt, der zur Detektion benötigt wird. So wie Wärmemelder nur bei Temperaturstau normgerecht auslösen, brauchen Rauchmelder die „Berührung“ mit dem Rauch. Flammenmelder erkennen eine Flamme ab einer bestimmten Größe und nur dann, wenn sich diese in ihrem Messbereich (Sichtfeld) befindet. Sie darf also nicht durch Objekte verdeckt werden. Diese Voraussetzungen sind in vielen Bereichen in der Holzindustrie nicht gegeben, so zum Beispiel im Freien oder in sehr hohen Hallen.

Da Melder den Kontakt mit der warmen Luftmasse, dem Rauch oder der Flamme benötigen, sind sie gerade für die Holzindustrie oft zu träge, um große Schäden zu verhindern.

Löschstraler aus Metall
Löschmonitor Force 50 BLDC Robotic Nozzle

Besondere Herausforderungen

Große Lagerflächen der Holzindustrie erfordern eine besondere Betrachtung hinsichtlich des Brandschutzes. Der für einen Thermomelder erforderliche Temperaturstau ist zwar in einer Maschine, in einem Silo oder einem Filter gegeben, auf einer Lagerfläche im Freien, unter einem Vordach oder in einer offenen Halle wird die Detektion von Temperatur, Rauch oder Flammen jedoch durch die äußeren Bedingungen erschwert. Schon ein leichter Luftzug kann die erhitzte Luft, den Rauch oder eine Flamme verwehen. Ein Melder löst dann mit gefährlicher Verzögerung aus – oder überhaupt nicht. Auch in hohen Gebäuden erreichen heiße Luft oder Rauch einen Melder an der Decke erst spät.

Schwer zu überwachende Bereiche

Warme Sommer mit immer längeren Trockenphasen erhöhen inzwischen signifikant die Brandrisiken, gerade in Außenlagern. Brände entstehen hier häufig durch Selbstentzündung – vor allem im Sommer – oder auch durch Brandstiftung.

Es liegt auf der Hand, dass gerade bei leicht entzündlichem Material wie Holz oder Holzspänen auch der kleinste Brand möglichst schnell erkannt und sofort im Keim erstickt werden muss. Für die weitläufigen Außenflächen der Holzwerkstoffindustrie und der Sägewerke sind die üblichen Melder oft nicht wirksam und zuverlässig genug, um größere Schäden zu verhindern.

Schwer zu überwachende Bereiche

Damit es nicht zum Brand kommt, müssen Zündpotenziale rechtzeitig erkannt und schnell gelöscht werden. Thermalkameras detektieren unterschiedliche Gefahrenpotenziale früher als herkömmliche Melder unmittelbar am Entstehungsort.

Lagerung von Getreide im Outdoor Bereich
Lagerung in der Freifläche

So wird beispielsweise ein kritischer Temperaturanstieg in einer Maschine oder in einer hohen Halle detektiert, bevor sich daraus ein Brand entwickelt. Auf Lagerflächen im Freien oder in halboffenen Bereichen erkennt die Infrarot-Kamera Temperaturen ab dem eingestellten Schwellwert oder einen Brand auch aus großer Entfernung und ohne „Berührung“ mit dem Zündpotenzial.

Zertifiziertes System

Abhängig von Ihren Prozessen und den Auflagen eines Versicherers können Unternehmen die Infrarot-Kamera mit der geforderten Zertifizierung einsetzen: Entweder zertifiziert durch die VdS Schadenverhütung GmbH (Vds) oder nach der europäischen Richtlinie für Brandmeldeanlagen DIN EN 54-10. Die zertifizierten Infrarotkameras lassen sich als Sonderbrandmelder auf die BMA aufschalten. So gewinnt man im Ernstfall wertvolle Minuten zur Brandbekämpfung und kann eher die Feuerwehr alarmieren.

Für eine wirkungsvolle Brandprävention kombiniert T&B electronic die Infrarot-Kamera mit einer ebenfalls VdS-zertifizierten Löschanlage. Dieses Zusammenspiel ermöglicht eine Brandfrüherkennung mit schnellstmöglicher Löschung – und damit einen zuverlässigen Brandschutz nach den geltenden Normen und Regelwerken, der den gestiegenen Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz in modernen Anlagen gerecht wird.

Teamplay für präzise Löschung

Die Infrarotkameras werden auf die frei definierbaren Sektoren des zu überwachenden Bereichs ausgerichtet und messen kontinuierlich die Temperaturverteilung an den unterschiedlichen Positionen. Im Brandfall signalisieren die Kameras den Alarmzustand. Sie übermitteln die Koordinaten auftretender Hotspots an die Löschmonitore und steuern die vollautomatische Löschung an. Damit Detektions- und Löschbereich deckungsgleich übereinstimmen, wird die Software von Kameras und Löschmonitoren präzise miteinander abgeglichen.

Vollautomatisch und robust

Löschanlage in aktion
Löschmonitor Unifire Force 50 im Betrieb

Entsprechend den gewünschten Voreinstellungen kreist der Löschmonitor beim Löschvorgang entweder oszillierend den Hotspot ein oder er fährt nach programmierten Vorgaben eine definierte Fläche ab. In Abhängigkeit von den übermittelten Koordinaten wird die Öffnung der Löschdüse durch die Software automatisch für die jeweils optimale Löschung eingestellt: Distanz und Wurfparabel, Stärke und Fächerung des Wasserstrahls sowie Sprühbild. Neben der automatischen Löschung ist auch die manuelle Steuerung des Löschmonitors möglich.

Auf dem Wärmebild werden die Bereiche mit Temperaturüberschreitungen markiert. So erkennt der Bediener sofort den genauen Brandort und kann die Löschung mit dem Löschmonitor genau ansteuern.

Über T&B Electronics

T&B electronic hat seit Gründung 1984 weltweit über 30.000 T&B-Anlagen verkauft und ist heute einer der Marktführer in Europa auf dem Gebiet des vorbeugenden anlagentechnischen Brandschutzes. Als VdS-anerkannter Hersteller und Errichter für Funkenlöschanlagen und VdS-anerkannter Errichter für Sprühwasserlöschanlagen gehören zum erweiterten Produktportfolio u. a. auch Infrarotkameras, Argonlöschanlagen sowie Brandmeldeanlagen nach DIN 14675. Seit fast 40 Jahren plant, entwickelt und produziert das T&B-Team mit mittlerweile 60 Mitarbeitern Löschanlagen. T&B bietet neben der Erstellung von individuellen Brandschutzkonzepten auch schlüsselfertige Montagen und Inbetriebnahmen an. Von der Löschrohrmontage über die eventuell erforderliche Isolierung der Rohrleitung inklusive Begleitheizung bis zur Verkabelung und Inbetriebnahme.

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